Montag, 22. Januar 2018

künstler #02

 

Vincent van Gogh

 

Der zweite Künstler, der mich total beeindruckt hat, ist Vincent van Gogh. Früher fand ich seine Bilder langweilig, ist das zu fassen? 
Das liegt an zwei Dingen: zum einen hängen auch heute noch überall grauenvolle Reproduktionen seiner Sonnenblumen herum, und zum anderen habe ich immer mehr gezeichnet als gemalt.
Van Gogh ist aber reine Farbe! 




Seine Bilder folgen eigentlich den Regeln klassischer Kompositionen, als Autodidakt war es für ihn ungeheuer schwierig, seinen Stil zu finden. Aber dann explodierten seine Bilder förmlich. Obwohl in der gleichen Zeit sein Leben vollkommen aus den Fugen geriet, malte er weiter, so lange er konnte.

Es gibt kaum Drucke, die seinen Gemälden gerecht werden. Wenn es irgendwie möglich ist, seht euch Van- Gogh- Bilder direkt an. Sie werden euch umhauen, versprochen!

Mittwoch, 17. Januar 2018

 

künstler #01

 

Andy Warhol


Kurz vor Weihnachten gab mein Laptop den Geist auf, einfach so. Ich konnte nach einem Windows- Update (was meiner Ansicht nach zu den Geißeln der Menschheit gehört) den Rechner nicht mehr starten. Da wir am nächsten Tag in den Skiurlaub fahren wollten und danach diese segensreiche Zeit Anfang Januar anbrach, in der man einfach niemanden zum Arbeiten bewegen kann, konnte ich das gute Stück erst nach drei Wochen zu meinem Computer- Gott bringen, damit er ihm wieder Leben einhauchte. 
Ich war also mehr als drei Wochen auf mich selbst zurückgeworfen sozusagen. Dabei kam ich auf die Idee, mich wieder mit Kunst zu beschäftigen, so wie (sehr viel) früher, als ich große Maler bewunderte wie andere Mädels Popstars. Als Kind/Teenager habe ich Unmengen an Künstlerbiographien gelesen, habe mich in Museen herumgedrückt und habe Gemälde aus Kunstbüchern abgezeichnet. Besonders Porträts hatten es mir damals angetan. Ich fing also an, mir zu überlegen, welche Künstler mich so beeindruckt haben, dass die Wirkung bis heute anhält. Und weil ich ja niemals so richtig erwachsen werde, habe ich angefangen, diese Künstler zu porträtieren. Mein persönlicher Starschnitt für's Wohnzimmer, wenn man so will. 




Den Anfang macht Andy Warhol. 

Ich mochte schon immer die Farbigkeit seiner Werke und das Erheben des Alltäglichen zur Kunst. Ich habe ihn gezeichnet zur Anfangszeit der Factory, bevor Valerie Solanas auf ihn schoss. Zu diesem Zeitpunkt war er noch dabei, seine Kunst zu entwickeln. Die Siebdrucke gab es schon, mit den Filmen über die Superstars hatte er gerade erst begonnen, die Zeitschrift Interview existierte noch nicht.

Er war selbst unsicher und eitel, deshalb konnte er die Unsicherheit und die Eitelkeit Anderer so gut verstehen. Es war ihm nie möglich, die Rolle des Beobachters zu verlassen, nicht einmal, als er selbst ein Star war, der ständig beobachtet wurde. Sein Thema war der Mensch und seine Bedeutung im sozialen Kontext. Wie bewahrt man seine Individualität, wenn die Massenproduktion alle gleich macht?

Obwohl er häufig einfach nur mit den knalligen Porträts von Elvis und Marylin in Verbindung gebracht wird, ist Andy Warhol einer der wenigen zeitgenössischen Künstler, die die Gesellschaft tatsächlich beeinflußt haben. 

Er hätte Instgram geliebt!

Sonntag, 10. Dezember 2017

Der 2. Advent und die Vorweihnachtszeit

 


Meine Familie teilt sich zur Zeit auf in Vorweihnachtszeitfreunde und Vorweihnachtszeitfeinde. Der GöGa und die Grosse verdrehen praktisch permanent die Augen, so dass ich anfange zu befürchten, ich müsse mich in Bälde um einen Exorzisten bemühen. 
Die Kleine und ich dagegen stehen dem Lichterglanz und dem Glockgeläut positiv gegenüber. Ich habe sogar eine Playlist mit weihnachtlich inspirierter Musik auf Spotiy! Wenn ich die im Auto höre, ist: "Boah, Mama, ist das dein Ernst?!?" noch der freundlichste Kommentar. Da muss man sich durchsetzen können! 
(Kekse konsumieren sie allerdings alle wie ausgehungerte Schiffbrüchige.)

Dienstag, 5. Dezember 2017

Auf der Suche nach dem Haar in der Suppe


Ich glaube, ich bin ein schrecklicher Mensch. 
So, jetzt ist es raus!
Ich muß erklären, warum ich das von mir glaube: ich bin nämlich dauernd mit irgendetwas unzufrieden und ich habe immer etwas zu Nörgeln.
Kennt Ihr noch die Geschichte von Paul Watzlawick "Anleitung zum Unglücklichsein"? Da braucht jemand einen Hammer, um ein Bild aufzuhängen, hat aber keinen da. Also überlegt er sich, ob er nicht seinen Nachbarn fragen soll, denn der könnte ihm vielleicht seinen Hammer leihen. Aber dann kommt er ins Grübeln: der Nachbar könnte keinen Hammer haben, oder ihn nicht verleihen wollen, er könnte sich insgeheim über die Handwerkskünste des Mannes lustig machen, er könnte ihn für einen Schnorrer halten oder ihm den Hammer nur aus Mitleid geben usw. usw. Zum Schluss geht der Mann hinüber zum Nachbarn, klingelt, und als der ihm öffnet, schreit der Mann ihn an: "Behalt doch deinen Scheiß- Hammer!"
So bin ich manchmal auch.

Kleid Nr. 1 seriös (ich könnte auch mal die Hände aus den Taschen nehmen!)

Ein Beispiel:
Vor kurzem habe ich das Kleid Nr. 1 von Rosa Pe. gesehen. Ich war sofort begeistert, denn das ist genau der Schnitt, der mir gefällt. A- Linie, 3/4- Ärmel, runder Ausschnitt, Länge okay. Im Shop gibt es ihn nicht als PDF, sondern als Papierschnitt. Ich liebe Papierschnitte, und ich verabscheue die PDF- Kleberei zutiefst. Also habe ich mir den Schnitt bestellt und einen Tag später war er da. Einfach so, pünktlich mit der Post!
Parallel, weil ich für Stoffgeschäftbesuche zu wenig Zeit hatte, stöberte ich im Internet nach passendem Material. Nach einer halben Stunde wurde ich im Stoffbüro fündig. Blauer Sommersweat mit weißen Streifen, der Preis war auch in Ordnung. Auch der Stoff wurde bestellt und einen Tag später war er da. Liebevoll verpackt, gerade abgeschnitten, nix verzogen. Das blieb auch nach dem Waschen so.


Da ich eben wenig Zeit hatte, dachte ich mir, das Nähen wird wahrscheinlich ewig dauern. Ja, Pustekuchen! Am folgenden Wochenende regnete es, so dass wir nicht wie geplant im Garten arbeiten konnten. Vorsichtig sichtete ich meine Nähgarne und siehe da: ich hatte noch genug in genau dem Blau, das ich brauchte.
Ich machte mich ans Werk, und was soll ich sagen: Alles klappte wie am Schnürchen. Es war geradezu unheimlich. Ich hatte genug Stoff, das Nähgarn reichte, ich werkelte vor mich hin und ich wurde ziemlich flott fertig. Dann kam der große Moment des Anprobierens. Ich mußte nichts, aber auch gar nichts ändern. Das Kleid sah super aus! Sogar die Streifen passen weitestgehend übereinander an den Nähten.
Ich konnte es drehen und wenden, wie ich wollte: das war perfekt gelaufen. Ich war so gründlich irritiert, dass ich das Kleid erst einmal gar nicht anziehen konnte! Da mußte doch irgendwo ein Haken sein!

Kleid Nr. 1 unseriös (ich mache immer Faxen beim Fotografieren, weil finde, dass ich dämlich aussehe!)

Ich bin wirklich ein schrecklicher Mensch. Ich habe ernsthaft ein bißchen Zeit gebraucht, um mich über diesen Bombenerfolg zu freuen, das muß man sich mal vorstellen.
Jetzt allerdings liebe ich mein Kleid heiß und innig. Es wird angezogen, gewaschen, angezogen, gewaschen, angezogen... der Stoff bleicht übrigens kaum aus, ist das zu glauben?!

Ich nähe jetzt noch eins nach diesem Schnitt, aus einem grauen French Terry, der irgendwie vor dem Waschen nach Wasserschaden roch, was mir im Laden nicht aufgefallen ist.
Da geht bestimmt was daneben!
(Dann auch passend zum Mottotag beim MMM!)




Montag, 27. November 2017

Die kleine Rebellin

 


Am Freitag war Geigenvorspiel an der Musikschule. Meine Jüngere wirkte als Klavierbegleitung für eine Freundin mit, deswegen war ich überhaupt da. Alle Mädchen waren etwa im Alter von dreizehn bis fünfzehn, und alle sahen irgendwie sehr nett und sehr gleich aus. 
Nur ein Mädchen war da, das zaghaft den Aufstand probte. Sie hatte die Haare in einem Hipster- Jon- Schnee- Knoten zusammengebunden und ihr war es gelungen, ihren Eltern ein paar schwarze, vegane Dr. Martens- Stiefel mit gelben Schnürsenkeln abzuschwatzen. Ich fand sie einfach wunderbar!