Sonntag, 10. Dezember 2017

Der 2. Advent und die Vorweihnachtszeit

 


Meine Familie teilt sich zur Zeit auf in Vorweihnachtszeitfreunde und Vorweihnachtszeitfeinde. Der GöGa und die Grosse verdrehen praktisch permanent die Augen, so dass ich anfange zu befürchten, ich müsse mich in Bälde um einen Exorzisten bemühen. 
Die Kleine und ich dagegen stehen dem Lichterglanz und dem Glockgeläut positiv gegenüber. Ich habe sogar eine Playlist mit weihnachtlich inspirierter Musik auf Spotiy! Wenn ich die im Auto höre, ist: "Boah, Mama, ist das dein Ernst?!?" noch der freundlichste Kommentar. Da muss man sich durchsetzen können! 
(Kekse konsumieren sie allerdings alle wie ausgehungerte Schiffbrüchige.)

Dienstag, 5. Dezember 2017

Auf der Suche nach dem Haar in der Suppe


Ich glaube, ich bin ein schrecklicher Mensch. 
So, jetzt ist es raus!
Ich muß erklären, warum ich das von mir glaube: ich bin nämlich dauernd mit irgendetwas unzufrieden und ich habe immer etwas zu Nörgeln.
Kennt Ihr noch die Geschichte von Paul Watzlawick "Anleitung zum Unglücklichsein"? Da braucht jemand einen Hammer, um ein Bild aufzuhängen, hat aber keinen da. Also überlegt er sich, ob er nicht seinen Nachbarn fragen soll, denn der könnte ihm vielleicht seinen Hammer leihen. Aber dann kommt er ins Grübeln: der Nachbar könnte keinen Hammer haben, oder ihn nicht verleihen wollen, er könnte sich insgeheim über die Handwerkskünste des Mannes lustig machen, er könnte ihn für einen Schnorrer halten oder ihm den Hammer nur aus Mitleid geben usw. usw. Zum Schluss geht der Mann hinüber zum Nachbarn, klingelt, und als der ihm öffnet, schreit der Mann ihn an: "Behalt doch deinen Scheiß- Hammer!"
So bin ich manchmal auch.

Kleid Nr. 1 seriös (ich könnte auch mal die Hände aus den Taschen nehmen!)

Ein Beispiel:
Vor kurzem habe ich das Kleid Nr. 1 von Rosa Pe. gesehen. Ich war sofort begeistert, denn das ist genau der Schnitt, der mir gefällt. A- Linie, 3/4- Ärmel, runder Ausschnitt, Länge okay. Im Shop gibt es ihn nicht als PDF, sondern als Papierschnitt. Ich liebe Papierschnitte, und ich verabscheue die PDF- Kleberei zutiefst. Also habe ich mir den Schnitt bestellt und einen Tag später war er da. Einfach so, pünktlich mit der Post!
Parallel, weil ich für Stoffgeschäftbesuche zu wenig Zeit hatte, stöberte ich im Internet nach passendem Material. Nach einer halben Stunde wurde ich im Stoffbüro fündig. Blauer Sommersweat mit weißen Streifen, der Preis war auch in Ordnung. Auch der Stoff wurde bestellt und einen Tag später war er da. Liebevoll verpackt, gerade abgeschnitten, nix verzogen. Das blieb auch nach dem Waschen so.


Da ich eben wenig Zeit hatte, dachte ich mir, das Nähen wird wahrscheinlich ewig dauern. Ja, Pustekuchen! Am folgenden Wochenende regnete es, so dass wir nicht wie geplant im Garten arbeiten konnten. Vorsichtig sichtete ich meine Nähgarne und siehe da: ich hatte noch genug in genau dem Blau, das ich brauchte.
Ich machte mich ans Werk, und was soll ich sagen: Alles klappte wie am Schnürchen. Es war geradezu unheimlich. Ich hatte genug Stoff, das Nähgarn reichte, ich werkelte vor mich hin und ich wurde ziemlich flott fertig. Dann kam der große Moment des Anprobierens. Ich mußte nichts, aber auch gar nichts ändern. Das Kleid sah super aus! Sogar die Streifen passen weitestgehend übereinander an den Nähten.
Ich konnte es drehen und wenden, wie ich wollte: das war perfekt gelaufen. Ich war so gründlich irritiert, dass ich das Kleid erst einmal gar nicht anziehen konnte! Da mußte doch irgendwo ein Haken sein!

Kleid Nr. 1 unseriös (ich mache immer Faxen beim Fotografieren, weil finde, dass ich dämlich aussehe!)

Ich bin wirklich ein schrecklicher Mensch. Ich habe ernsthaft ein bißchen Zeit gebraucht, um mich über diesen Bombenerfolg zu freuen, das muß man sich mal vorstellen.
Jetzt allerdings liebe ich mein Kleid heiß und innig. Es wird angezogen, gewaschen, angezogen, gewaschen, angezogen... der Stoff bleicht übrigens kaum aus, ist das zu glauben?!

Ich nähe jetzt noch eins nach diesem Schnitt, aus einem grauen French Terry, der irgendwie vor dem Waschen nach Wasserschaden roch, was mir im Laden nicht aufgefallen ist.
Da geht bestimmt was daneben!
(Dann auch passend zum Mottotag beim MMM!)




Montag, 27. November 2017

Die kleine Rebellin

 


Am Freitag war Geigenvorspiel an der Musikschule. Meine Jüngere wirkte als Klavierbegleitung für eine Freundin mit, deswegen war ich überhaupt da. Alle Mädchen waren etwa im Alter von dreizehn bis fünfzehn, und alle sahen irgendwie sehr nett und sehr gleich aus. 
Nur ein Mädchen war da, das zaghaft den Aufstand probte. Sie hatte die Haare in einem Hipster- Jon- Schnee- Knoten zusammengebunden und ihr war es gelungen, ihren Eltern ein paar schwarze, vegane Dr. Martens- Stiefel mit gelben Schnürsenkeln abzuschwatzen. Ich fand sie einfach wunderbar!

Freitag, 24. November 2017

Schwarz und Weiss und jede Menge Grautöne

 

Der beste Freund des GöGa

 

Als ich mit meinem ersten Kind schwanger war, kam ich auf die Idee, Familienmitglieder und enge Freunde zu porträtieren. Ich dachte, wenn mein Mann und ich irgendwann von Eltern oder Grosseltern erzählen, dann wüsste mein Kind gerne, wie sie ausgesehen hatten. Ich habe kaum Bilder von meinen Verwandten, meinem Mann geht es genau so. Wir müssen uns auf unsere Erinnerungen verlassen, und die sind wie die der meisten Menschen nicht sehr zuverlässig.

Meine Mama guckt ernst...
... und meine Mama lacht

Von Anfang an wusste ich, dass ich die Bilder in Schwarzweiss machen wollte. Ich war damals sehr von den Porträts von Anton Corbjin begeistert, außerdem fand ich (und finde das heute noch), dass eine monochromes Bild irgendwie "wesentlicher" wirkt. Man schaut automatisch intensiver in das Gesicht des Porträtierten und die Kleidung tritt zurück. Ausserdem: man sieht viel cooler darauf aus!

Der GöGa vor siebzehn Jahren (hier sieht man den Corbjin- Style!)

Ich hing ein schwarzes Stück Stoff an mein Bücherregal, verdunkelte das Zimmer und stellte einen Strahler auf. Die Bilder machte ich mit einer Mamyia 645, einer vollständig mechanischen Mittelformatkamera. Ich hatte einen externen Belichtungsmesser, die Werte für Belichtung und Zeit musste ich manuell auf die Kamera übertragen. Weil ich wenig Licht hatte, war die Tiefenschärfeebene ziemlich knapp. Wild auf dem Stuhl herumwackeln durfte also keiner, sonst war er verschwommen. Welche Filme ich gebraucht habe, weiss ich nicht mehr. Selbst entwickelt habe ich sie nicht, das war mir zu riskant. Die Abzüge habe aber ich gemacht, weil mir ein Profilabor zu teuer war.

Das ist eine Aufnahme aus einem Workshop mit einem Profimodel.

Das Schwierigste war allerdings, meine "Models" zu motivieren. Den meisten Leuten ist es unangenehm, so lange und intensiv angesehen zu werden. Schnappschüsse bei Parties sind kein Problem, aber seinem Fotografen sozusagen ausgeliefert zu sein ist doch gewöhnungsbedürftig. Ich hatte das schon ein paar Mal mit Profis bei Fotoworkshops gemacht, daher wusste ich, dass es dem Porträtierten leichter fällt, sich zu entspannen, wenn man ihm oder ihr genau sagt, was er oder sie tun soll. Ich liess also den Bestimmer in mir raus, das wirkte dann auch so, als hätte ich Ahnung!

Die zweite Frau meines Vaters hat sich beim Fotografieren hinter ihrer Enkelin versteckt.

Da die Mamyia eine analoge Kamera ist, konnte ich nicht sofort zeigen, wie das Foto geworden war. Ich wusste es ja selbst nicht!  Es wurde also jedes Mal spannend, wenn ich die Kontaktabzüge bekam. Ich habe von jedem Film mit 12 Bildern maximal zwei gute Fotos herausbekommen. Das ist so eine Sache, die ich an der Digitalfotografie liebe: da kann man direkt sehen, ob man Murks produziert hat und die Aufnahme wiederholt werden muss.
Als kleines Danke habe ich alle meine "Opfer" zum Essen eingeladen nach der schweren Arbeit und ihnen schöne grosse Abzüge ihrer Bilder gemacht.
Eigentlich, wenn ich die Porträts jetzt so sehe, würde ich so etwas gerne noch einmal machen. Vielleicht krame ich die gute alte Mamyia wieder mal heraus...

Den würde ich heute wirklich gerne noch einmal fotografieren, weil er jetzt ganz anders aussieht!


Sonntag, 12. November 2017

12 von 12

im November

 

1.
Da ich diese Nacht sehr schlecht geschlafen habe, was an meinem GöGa lag, der gestern abend auf einen Punk- Konzert war und nach seiner Heimkehr im Dunkeln (er wollte ja keinen wecken) über den Klavierhocker fiel, war ich heute morgen früh wach. Also habe ich praktisch mit dem Hahnenschrei den ersten Käsekuchen (aka NY Cheesecake) meines Lebens gebacken.

2.


Vor zwei Jahren habe ich beim Möbelschweden eine Aloe gekauft. Ich dachte, das sei eine empfindliche afrikanische Pflanze und hatte Sorge, dass sie bei mir überhaupt überleben würde. Statt dessen wächst das Ding wie Unkraut! Ich habe sie heute zum vierten Mal (!) geteilt; meine Kleine bekommt jetzt auch eine.



3.

Es ist schon etwas erbärmlich, wenn ich zugebe, dass meine Waschmaschine so etwas wie mein bester Freund ist. Wir sehen uns mehrmals am Tag! Es gibt allerdings Momente, in denen Jennifer Lopez in meinem Hinterkopf singt: "I ain't do your laundry, i'm not your mother!" Wo kommt das ganze Zeug bloß her?

4.

 
Tagebuchschreiben soll ja irgendwie gut für ein bewußtes Leben sein...



5.

Seit Freitag habe ich eine Gleitsichtbrille. Das war erst ganz cool, ich durfte nämlich nicht Autofahren. Alle diese blöden Einkaufs- oder Kinderkutschierfahrten musste der GöGa machen. Ich war schon knapp davor, den Führerschein abzugeben, so gechillt fand ich das. Allerdings ist es wirklich schwierig, sich an die Brille zu gewöhnen. Hoffentlich habe ich mein Hirn bald so weit, dass es die Umstellung akzeptiert!



6.

 Schuhe putzen könnte ich auch mal!



7.



 Den Hund rocken...

8.



Bei den Schrebergärten an der Autobahn haben sich ein paar junge Leute zusammengetan, die eine (sehr) kleine Landwirtschaft betreiben. Das Ziel war eigentlich, Selbstversorger zu werden, aber sie haben mittlerweile so viel übrig, dass sie ihre Sachen auch verkaufen. Die Hühner, deren Eier man hier bekommen kann, sind ausgesprochen freilaufend: sie büxen ständig aus! Ich habe sie auch schon ein paar Mal in ihren Garten zurückgescheucht, wenn ich mit dem Hund vorbei kam. Ist der Kühlschrank nicht schön?

9.

Ich habe angefangen, mir ein Kleid zu nähen, und es sieht so aus, als würden ausnahmsweise die Streifen an den Nähten zusammen passen. Sieg!



10.



Meine beiden Damen haben ihre Kleiderschränke ausgemistet. Um zu verhindern, dass ihr Zeug jetzt eine Woche lang im Flur herumliegt, bin ich mit ihnen direkt zum Kleidercontainer gefahren. 


11.

In Jever habe ich dieses Buch gefunden, als ich meiner Großen in einer sehr hübschen Buchhandlung dabei zusehen durfte, wie sie vor den Regalen Gräben lief (sie kann sich furchtbar schlecht entscheiden). Ich mag die Verbindung von Literatur und Kochen sehr gerne. Wenn man jeden Tag kocht, tut Inspiration richtig gut!


12.

 Heute abend noch ein paar Reihen am roten Schal?


Link: 12 von 12




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