Freitag, 4. November 2016

Was sich in naher Zukunft ändern wird

Ich erlebe gerade nicht zum ersten Mal in meinem Erwachsenendasein, daß sich meine Lebensumstände grundlegend verändern. Wenn man jung ist, zur Schule geht, eine Ausbildung macht, studiert, irgendeinen Abschluss erwirbt, sich das erste, zweite, dritte Mal verliebt, sind Veränderungen an der Tagesordnung. Trotzdem scheint alles wahnsinnig langsam voranzugehen. Doch irgendwann ändert sich das. Man ergreift einen Beruf, den man längerfristig ausüben wird - bei mir war es Architektin; man bindet sich fest an jemanden mit dem Ziel, diese Beziehung zu bewahren- ich habe geheiratet. Dann kamen die beiden Kinder, ich gab meinen eigentlichen Beruf auf und arbeitete halbtags. Mein Mann gründete seine Firma, ich unterstützte ihn dabei. Ich wurde zu einer Mutter mit kleinen Töchtern. der Tagesablauf war von Arbeit, Kindergarten, Grundschule, Sport- und Musikunterricht für die Mädels und Hausarbeit bestimmt. Wir fuhren an die Nordsee in den Urlaub, weil das einfach und auch schön für uns als Familie war. Wir kauften uns einen Hund. Ich zeichnete und fotografierte nur noch so für mich, für Ausstellungen blieb keine Zeit mehr. Das hört sich jetzt irgendwie traurig an, doch so war es für mich nicht. Mir und den Meinen ging es gut so.
Seit Anfang dieses Jahres bemerke ich eine Veränderung. Meine Töchter sind 15 und 13 Jahre alt, die ältere besucht jetzt die Oberstufe. Sie sind keine Kinder mehr, das wird mir immer klarer. Natürlich freut es mich für sie, daß sie ihre Persönlichkeiten voll entfalten; gleichzeitig macht es mich ein bißchen wehmütig. Im Mai am Muttertag habe ich mir gewünscht, für einen Tag nach Greetsiel zu fahren, dem Inbegriff der Harmlosigkeit. Da habe ich von dem Kinderzeitabschnitt für mich Abschied genommen. Das habe ich natürlich keinem gesagt, meine Familie hält mich bei sentimentalen Aufwallungen gerne für peinlich. Doch ich hatte das Gefühl, genau das zu brauchen. An einem Souvenirstand habe ich mir so ein regenbogenbuntes Freundschatfsarmbändchen gekauft, das trage ich seitdem jeden Tag. 
Ich merke allerdings auch, daß ich mehr Freiraum habe für das, was ich mag. Fotografie, Zeichnen, Konzerte besuchen, ins Kino gehen und- mehr Zeit mit meinem Mann verbringen. Man verliert sich immer so ein bißchen über die Zeit, das bleibt nicht aus, denke ich. In diesem Sommer waren wir zum Beispiel ein paar Mal mit dem Motorrad unterwegs. Ich bin seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gefahren, das war schon komisch nach der langen Zeit. 
Kurzum: es beginnt also ein neuer Lebensabschnitt für mich.

1 Kommentar:

  1. Freu' Dich darauf, es ist wunderbar! Endlich hast Du Zeit, Deine eigenen Träume zu verwirklichen. Das ist auch für die restliche Familie schön.
    Liebe Güße, SaSa

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