Wiedersehen macht Freude
Irgendwie isses ja komisch: der Mensch verändert seine Gewohnheiten nicht gerne und je älter man wird, desto schlimmer entwickelt sich das.
Ich weiß natürlich, dass die MMM- Sache viel Arbeit und Schererei ist (umso schöner, dass es überhaupt jemand macht), aber ich vermisse meine wöchentliche Kleiderschau. Außerdem habe ich bei mir beobachtet, dass ich gar nicht weiß, was ich alles schreiben soll, weil ich dies und das zu erzählen habe... und ich könnte ja noch... sonst muss das bis nächsten Monat warten und...
Also schön, halte ich mich an das, was bei meinen Schwiegereltern immer auf einem Holzbrettchen neben dem Telefon hing:"Fasse Dich kurz!"
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Mit Strickjacke und Mütze (ich muss dringend zum Friseur) |
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Ohne Strickjacke, so sieht man es besser! |
Wenn man an so einem einfachen Kleid mit langen Seitennähten vor sich hin näht, hat man ja Zeit. Ich guckte auf meinen Stoff herunter und fragte mich: was sind Dalapferde eigentlich? Wieso Pferde? Und was machen die auf meinem Kleid?

Für solche existentiellen Fragen ist das Internet erfunden worden. Wikipedia behauptet,
Dalapferde seien ein Symbol für Schweden. (Na ja, da fallen mir aber noch andere Sachen ein,
Köttbullar beispielsweise!) Sie kommen aus der Gegend
Dalarna, als Vorbild dienten handgemachte Holzspielzeuge der bäuerlichen Bevölkerung, die im Winter hergestellt wurden. Da stellt man sich doch den Vater vom
Michel aus Lönneberga vor, der vor dem Kamin ein Pferdchen für Klein- Ida schnitzt.
Die ursprüngliche Bemalung in Rot mit Blumenmotiven in Grün und Weiß wird
Kurbitsmalerei genannt, was übersetzt Kürbismalerei heißt. Damit bezeichnet man eine traditionelle Bauernmalerei, die florale Muster mit religiösen Motiven verbindet. Kürbis ist im Hebräischen dasselbe wie Baum oder Busch, was mir nicht ganz einleuchtet:
gab es in Palästina keine Kürbisse? Müsste ich mal googeln! Jedenfalls kann man so einen Bezug zum Buch Jona herstellen. Da läßt Gott einen Rizinus- Busch wachsen, um dem armen Propheten Schatten zu spenden.
Wo war ich jetzt?
Ah ja, Dalapferde!
Sehen wirklich hübsch auf Stoffen aus!
Solche Gedanken kommen mir, wenn ich mir ein Kleid nähe.
Kein Wunder, dass ich immer so lange brauche!
Apropos lange brauchen: ich habe auch was gestrickt! Einen schönen langen, breiten roten Schal im doppelten Perlmuster habe ich fertig. Er hat sogar Fransen. Seitdem ich Audrey Tautou in
"Zusammen ist man weniger allein" mit so einem Schal gesehen habe, bin ich davon besessen. Amy Pond in "Dr. Who" trägt ebenfalls einen. Ich bin total stolz, weil ich das gute Stück auch beendet habe. In der Regel produziere ich aus Wolle nämlich Halbfertiges.
Deswegen traue ich mich auch nicht, am
Frühlingsjäckchen-Knitalong teilzunehmen: das ist so peinlich, wenn ich öffentlich Wolle kaufe und die tollsten Versprechungen mache, die ich niemals einlösen werde! Man läßt nun einmal nicht gerne vor den Augen der bloggenden Welt die Hosen herunter.
Zur Zeit mühe ich mich mit Socken ab. Eine davon ist fertig, aber auf die andere werden meine Füße wohl bis nächstes Jahr warten müssen. Da Nadelspiele und ich so gut miteinander auskommen wie Trump und der
Diktator von Nordkorea (der Kim Soundso heißt, aber ich habe vergessen, wie genau... das könnte ich mal im Internet nachsehen!) werde ich eventuell auch erst im drauffolgenden Jahr fertig. Vielleicht würde es helfen, wenn ich auf Wikipedia irgendeinen abseitigen
Sockenbeitrag finden würde... hm!
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Bisher hat es nur ein Fuß schön warm. |
Was ich aber eigentlich sagen wollte: ich freue mich, mir heute schicke Frauen und Männer in interessanter Kleidung ansehen zu können- ohne Werbung! Das ist wie Filme gucken im Öffentlich- Rechtlichen (oder bei Sky, nur nicht so teuer!).
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Zum Schluss noch einen Out-Take: Mein Handy tut da gerade nicht, was ich gerne möchte. Man sollte ja meinen, wenn man einen Monat Zeit hat, einen Post vorzubereiten, könnte man ausnahmsweise vernünftige Fotos machen. Wie gesagt: KÖNNTE! |